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Artikel im MARKT am 22.02.2005 zum Konzert der Stormarn Singers in Barsbüttel

Talare swingen für die Gospelmusik

Barsbüttel (rf). In ihren blauen, rot abgesetzten Talaren bieten die Stormarn Singers aus Ahrensburg ein farbenfrohes Bild. Mit ihren Gospelsongs sind sie außerdem eine echte „Ohrenweide". In der Barsbütteler Segenskirche bot jetzt einer der größten Chöre Schleswig-Holsteins eine Kostprobe seines Könnens -und begeisterte Gospelfans wie Neugierige gleichermaßen.

Chorleiter Eggo Fuhrmann hatte angekündigt, die Zuschauer mit „von innen heraus wärmenden Gospelsongs" zu verwöhnen. Der Kraft und der Überzeugung, mit der die Stormarn Singers ihre Titel vortrugen, konnte sich auf Dauer auch niemand widersetzen. Das angekündigte Gospel-Feuerwerk wurde in der Tat abgebrannt und der gesamte Kirchenraum swingte mit. Natürlich mit christlicher Botschaft, aus deren Ursprung die Gospelmusik entstanden ist.

Ganz in diesem Sinne präsentierte sich auch der unumstrittene Star des Abends - Ken Norris, Jazzsänger aus Hamburg, der seine sonore bis falsettige Stimme in ganzer Bandbreite in den Dienst des Gospelsingens stellte. „Darin steckt die gute Botschaft, die allen ein Lächeln aufs Gesicht zaubert."

Zunächst aber faszinierten Norris und Chor mit einer Reihe „grooviger" Lieder. In „I don't know why the Lord is blessing me" entstand sofort ein schön anzuhörender Dialog zwischen den Stormarn Singers und dem Solisten. Es folgte eine Steigerung mit „You are the center of my joy", in dem Ken Norris seine Stimme virtuos einsetzte, von sanft bis gewaltig sozusagen - ein beeindruckendes Stimmspektrum. Im verdient starken Beifall kam aus eigener Begeisterung ein „Hallelujah" von ihm, da musste sogar der Chor Szenenapplaus spendieren. Und das aus gutem Grund. Schön war auch ein altes Spiritual mit dem Refrain „Fix me for my journey home", das Chorleiter Eggo Fuhrmann mit der Anweisung „schweben" für seine Sängerinnen und Sänger anstimmte.

Mit „I opened my mouth unto the Lord", das von einer Art Stampfschritt begleitet wurde, boten die Stormarn Singers die wohl überzeugendste Leistung: a capella wurden alle Stimmen fein-differenziert eingesetzt, mit einem steten Wechsel des „I will go - I shall go" über alle Lagen ein wunderbares „Call and Response" vorgetragen, das ganz fabelhaft die schwarzen Ursprünge des Gospel aufleben ließ. Auch die weiteren Lieder zogen die gut besuchte Segenskirche in ihren Bann, sowohl durch die tadellose Harmonie zwischen den Stormarn Singers mit Ken Norris, wie auch durch beachtenswerte Solisten aus den Reihen des Chores.

Insgesamt ein ausgezeichneter Abend für Musikfreunde, der nicht einmal Eintritt kostete. Wer wollte, konnte aber spenden. Chor und Star-Solist sangen als Zugabe den Klassiker „Oh happy Day". Den Abschluss bildete ein intelligentes, mit unerwarteter Raffinesse aufwartendes Arrangement des englischen Vater Unsers. Es wurde nicht gerade heruntergesungen, sondern war extrem akzentuiert, geradezu sprung- und kaskadenhaft. Ein Symbol für diese außergewöhnliche Musikdarbietung - mit einem lebhaften, talentierten Solisten und einem außergewöhnlichen Chor, der mit seinen optisch schwungverstärkenden Talaren durchaus auch Stormarn Swingers heißen könnte.


© Stormarn-Singers e.V